Der Zerfallsbeschleuniger - Der Prozess des Zerschaffens

Kunst ist Schaffen. Kunst ist Zerstören. Etwas in eine neue Ordnung bringen, eine neue, andere Ansicht geben, es neu zu formen, das Davor zu zerstören ...


Ein Objekt, bei dem man diesen Prozess des Zerschaffens selbst ausführt. Positioniert wie der Künstler vor einer Leinwand, ist man der Antrieb einer Maschine.

Auf dem Fahrrad sitzend beginnt die Benutzerin, der Benutzer eine gleichmäßige kreisförmige Bewegung. Übersetzt mit Ketten-, Schnecken-, Planetengetrieben und Scherarmen erzeugt man eine Gravur auf der Glasfläche der Maschine. Ein rhythmisches Muster aus mehreren ineinander verwickelten und überlappenden Linienzügen, welche durch ihr Entstehen die Maschine schwächen und durch ihre Wiederholung den Prozess vorantreiben.
Jedes Mittreten erzeugt einen weiteren Kratzer, eine weitere Kurve innerhalb der geschaffenen Zeichnung. Durch das beständige Zerschaffen wird das Glas immer schwächer und die Maschine bricht in sich zusammen.

Ohne die Bemühungen und die Energie der Benützer/innen könnte sie sich nicht zerstören.

Der Mensch (der der die Maschine bedient) ist der Zerfallsbeschleuniger.

 

Andreas Eibl, Stefan Krische, Jürgen Münzer, Gernot Pichler