Moving Borders - Vom harten Kern zur amorphen Masse

Wie mutierte Amphibien-Eier liegen unsere weißen Zuckereier innerhalb der starren und künstlich angelegten Grenzen des Skulpturenparks.


Der Transformationsprozess, den wir mit unserem Projekt darstellen wollen, nimmt seinen Ausgangspunkt beim Ei als Grundform des Lebens und geht bis hin zum Verschwinden. Wir sehen das Ei nur als Ausgangsform. Die Umwelt – Tiere (Insekten, kleine Säugetiere und auch Vögel), wie auch Witterungsbedingungen (Hitze, Regen, Wind etc.) – tut das ihrige, um den Abbauprozess voranzutreiben. Genauso wie die Umwelt arbeitet hier auch
der Zufall mit.


Die Eier bestehen aus Zucker, pflanzlichem Fett und Zuckerwatte. Diese Lebensmittel sind 100 Prozent biologisch abbaubar und stellen für Insekten, in diesem Fall Kulturfolger, eine ergiebige Nahrungsquelle dar. Insekten werden duch den Zerfall von Zuckerwatte und dem aus Fett und Zucker bestehenden
Fondant angelockt. Die dabei entstehenden Ameisenstraßen simulieren Grenzen, welche von den Besucherinnen und Besuchern überschritten, gemieden, geschätzt, blockiert oder ignoriert werden können.
Intensive Hitze sowie Sonneneinstrahlung lassen die Zuckereier zerfließen, und dadurch bewegt sich die Skulptur, beziehungsweise wandern dadurch ebenso die Ameisenstraßen, wodurch sich die vorgegebenen Grenzen und Strukturen verschieben.


Die Phasen des Zerfalls entstehen. Die fast schon wie Schneebälle im Hochsommer wirkenden Zuckereier transformieren sich vom harten Kern zur amorphen Masse oder Pfütze.
Es entsteht ein zeitlich kaum absehbarer Prozess des Auflösens und Verschwindens.

 

Basha Brion, Peter Heinzl, Tina Moser