Spannungen - Materialisierte Gedankenfäden

Um die künstliche Landschaft des Skulpturenparks mit ihrer präzisen Geometrie erhalten zu können, wird eine Menge Arbeit und Energie aufgewendet. Für die Entsorgung und das Recycling von Abfällen in unserer Konsumgesellschaft muss ebenso viel Aufwand betrieben werden.


Wir haben unser Augenmerk deswegen auf restlos recycelbare Materialien gelegt. Daraus folgend spannten wir unsere Gedankenfäden um die Ideen und Aufgaben von Parks und Gärten im Allgemeinen und in Bezug auf die eben genannten Materialien.


In unserer sehr kurzlebigen Installation nehmen wir den Akt der Vermessung, Kartierung und das Leben nach Plan auf und drehen dieses Prinzip um. Die Wirklichkeit, die Ausformung der Oberfläche der Natur, in diesem Fall eine überspitzt künstliche Pyramide, steht hier an erster Stelle und wir stülpen dieser wieder die Virtualität, den Plan über. Dies tun wir, indem wir als Ausgangspunkte gezielt gewählte Fluchtpunkte aufgreifen und verlängern.

Anschließend wird die Geometrie des Lageplans in abstrakter Form auf die entstehende Fläche zwischen den Hügeln projiziert. Unsere Fäden bestehen aus Polyvinylalkohol–Garn. Mithilfe von Zelthaken werden diese abstrahierten Formen im Boden verankert. Anfangs schweben die Spannungen in geringem Abstand über dem Boden und definieren diesen Teil des Parks neu.
Aufgrund von Regen und Luftfeuchtigkeit verliert das Garn sehr rasch an Zugfestigkeit und seine Elastizität nimmt zu, daraufhin senkt sich die Struktur zum Boden hin ab und löst sich rückstandsfrei auf. Das Garn löst sich gallertartig auf und wirkt wie ein Spinnennetz, welches zwar klebrig an den Rändern hängen bleibt, aber mittig keinem Tier mehr Schaden zufügen kann.

 

Melanie Pils, Alicia Leopold, Daniela Ehrenleitner