Plakat

Graz – Belgrad – Sofia - Istanbul und wieder zurück


Lehrveranstaltung geleitet von Nicole Pruckermayr
Mitarbeit: Maurice Rigaud


Reisen wird immer populärer, sich zu bewegen ist innerhalb einer gewissen Gesellschaftsschicht eine Forderung. Mobilität ein Muß, das neue Nomadentum fordert uns auf, beweglich, multitaskfähig und ungebunden zu sein. Gleichzeitig werden Migrationsströme mit Argwohn und Reglementierungen begleitet.


Grenzen verschieben sich nach außen, Schengen wandert immer weiter an den Rand Europas. Wo hört Europa auf? Geographische und politische System divergieren, der Kulturraum Europa ist als sehr kleinteiliger gedacht, dennoch werden die Nationenabgrenzungen durch den Wirtschaftsraum Europa aufgeweicht, was Positives, aber auch Negatives mit sich bringt.

Gleichzeitig rutscht, neben all diesen Grenzverschiebungen die Grenze kontinuierlich ins Innere des Landes, da die wenigsten Personen noch mit dem Zug reisen. Die Mehrheit reist per Flugverkehr und die Grenzbalken sind da an den Flughäfen, sowohl beim Verlassen, als auch beim Ankommen.

Das Dazwischen ist nicht mehr existent. Weder das Niemandsland, noch die Orte zwischen den Destinationen.


Innerhalb unserer Lehrveranstaltung kehrt das Dazwischen ganz massiv zurück, möglicherweise etwas nostalgisch, aber eindrücklich.

Die Region, der internationale Kontext, aber auch globale Entwicklungen sollen bearbeitet werden. Grenzüberschreitende Mobilität, quer durch unterschiedliche politische Räume soll mitgedacht und kritisch bearbeitet werden. Teils vergessene kulturelle, ökonomische aber auch politische und gesellschaftspolitische Verbindungen werden aufgesucht, bearbeitet, reaktiviert oder kommentiert. Dieses Projekt ist ein transnationales und gleichzeitig regionales.


Die gesamte Lehrveranstaltung fährt mit der Eisenbahn nach Istanbul.


Auf der Reise, im Waggon wird gearbeitet, diskutiert, präsentiert. An den Haltestellen werden kleine Performances und Interventionen realisiert .

Tagebuchartig - mit Zeichnungen, Texten oder mit Hilfe anderer Medien wird das Geschehen dokumentiert und verarbeitet.

Nicht nur an unserern Zwischenstopps (Belgrad, Sofia, Istanbul) werden Eindrücke gesammelt, vorrangig dort aber werden Kontakte geknüpft, Ateliers und Institutionen besucht.

Eindrücke und Artefakte werden wieder mit nach Hause gebracht, um daraus größere Projekte anzufertigen.

Mit Hilfe dieser Sammlungen sollen wieder zu Hause Gastgeschenke entwickelt werden. Etwas, was man eigentlich für jemanden bereits auf die Reise mitnimmt, bloß in unserem Fall kennen wir unser Gegenüber (möglicherweise einen Ort, eine Situation oder auch Person) noch nicht sehr gut. Unsere Gastgeschenke entwickeln sich aus dem Reisegeschehen, den Erlebnissen und Besonderheiten heraus.


Die Reise dauert 10 Tage, im Anschluss ist ein Verarbeitungszeitraum von einigen Wochen angedacht, um dann die Ergebnisse Ende Mai im Rahmen einer Ausstellung im Waggon des SOFA (Seiersberg offen für Alle(s)) präsentieren zu können.